Äolische Inseln
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Äolen, der touristische Geheimtipp...(?)

Die Äolischen oder Liparischen Inseln werden gerne als noch nicht überlaufener touristischer Geheimtipp bezeichnet, was ich zumindest für die Inseln Vulcano, Lipari, Panarea und Stromboli, die wir zwischen dem 23.5. und 28.5.2004 besuchten, auch in der Nebensaison nicht so uneingeschränkt bestätigen kann. Nun ja, vielleicht sind wir auch nur durch unseren Azoren-Urlaub vor zwei Jahren besonders verwöhnt, und ganz sicher erreicht das touristische Treiben nicht die Extremwerte von Mallorca oder Gran Canaria! 
Besonders auf Vulcano - dort hatten wir unsere Unterkunft - scheint auch der touristische Nepp am größten zu sein: Passen Sie im Hafen von Porto di Levante auf, es hängen teilweise keine Preislisten aus, es kann ihnen schnell passieren dass Sie für ein Bier sechs oder für einen Campari sieben Euro bezahlen müssen. Ist ja auch verständlich, die Besitzer leben hauptsächlich von den Tagestouristen die wegen des Gran Cratere von den anderen Inseln kommen. Freundlichkeit scheint nicht selten nach zusätzlichem Aufpreis zu verlangen. Hätten wir nicht auf Lipari und Salina auch gänzlich andere Erfahrungen gemacht, hätten wir stellenweise an uns selbst gezweifelt. Billig ist auf den Äolen ohnehin nichts, aber das weiß man schließlich vorher. 

...insgesamt: Ja!

Bevor jetzt ein falscher Eindruck entsteht: Wir haben die Woche auf Vulcano genossen, so sehr, dass wir mit Sicherheit auf die Äolen zurückkehren wollen, unter Umständen sogar zwei Wochen, gegebenenfalls auch wieder teilweise auf Vulcano und durchaus im gleichen Hotel! Die Landschaft ist großartig, geradezu gespickt von Höhepunkten und wer "touristische" Ruhe braucht wird Sie tatsächlich finden: Aber eher nicht auf Vulcano, Lipari oder Stromboli, sondern eher auf Filicudi oder Alicudi. Wobei ich einräumen muss, dass letztere Tipps nicht auf eigenen Erfahrungen beruhen.

Unsere Wahl fiel aus folgenden Gründen auf Vulcano: Lipari und Salina sind recht gut zu erreichen, einer der landschaftlichen Höhepunkte der Liparen, der Gran Cratere ist quasi mit einem Spaziergang morgens oder abends zu "bewältigen": Als mäßig geübte Wanderer benötigten wir etwa 55 min für den Aufstieg zum Kraterrand, etwa 30 min für den Abstieg, ab Hotel gerechnet. Geht man also um halb sechs los, ist man gemütlich zum Frühstück um acht Uhr wieder zurück. Als weitere Höhepunkte gibt es noch die warmen Schlammbäder in Strandnähe. Geruchsempfindliche Zeitgenossen sollten allerdings bedenken, dass je nach Windrichtung schon mal stinkende Schwefelgase einige Zeit im Hotelzimmer verweilen können. 
Falls Sie Ihre Unterkunft besonders zentral wünschen, wählen Sie jedoch besser Lipari oder Salina; wollen Sie besonders die Ruhe genießen, siehe voriger Abschnitt.


Vulcano, eine kleine Rundtour um Vulcanello

Wir hatten unsere Unterkunft im Eolian, einem Hotel der Dreisternekategorie. Die Zimmer waren zweckmäßig und geräumig, die gesamte Anlage sehr schön und das Abendessen (Halbpension) ein echtes Highlight: Italienisches Vorspeisenbuffet, erster und zweiter Gang, Dessert, dazu die herrliche Sonnenuntergangskulisse nach Westen - Dolce Vita! Und das Personal war hier ausnahmsweise freundlich und zuvorkommend.


Eolian Hotel



Insgesamt haben die Dörfchen Porto di Ponente und Porto di Levante (Hafen) kaum historischen Charakter. Alles scheint in den letzten Jahrzehnten für den Tourismus, insbesondere für den Tagestourismus aus dem Boden gestampft worden zu sein. 
Verlässt man allerdings die "Stadt", ist man nach wenigen Kilometern dort, wo sich Fuchs und Has' gute Nacht sagen. Besonders beeindruckt hat uns hier die Tour von Capo Grillo über Piano, den Monte Saracena zurück nach Porto di Ponente, nicht zuletzt deshalb, weil sie uns Vulcano von einer landschaftlich bislang nicht gekannten Seite gezeigt hat: Vulcano wird zu gerne auf den Gran Cratere reduziert. 
Wer auf Vulcano seine Unterkunft hat, braucht sicher kein Auto, die Busverbindung verkehrt zwischen 9 und 17 Uhr stündlich, die Insel lässt sich von jeder Stelle aus bequem in die entgegengesetzte Ecke durchwandern.


Vom Capo Grillo über Piano und den 
Monte Saraceno zurück nach Porto di Ponente



 

Die Inseln Lipari und Salina

Diese sind von Vulcano aus sehr gut zu erreichen. Drei Gesellschaften unterhalten Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem Festland: SNAV, Siremar und NGI. Unser Tipp: Wenn nicht gerade die Zeit drängt nehmen sie statt der Schnellboote die Fähre (NGI). Sie kostet nur halb so viel, ist auch nur halb so schnell, aber dafür nicht mal halb so langweilig: Man kann sich nach oben und draußen aufs Deck setzen und genießt eine herrliche Aussicht. Im Schnitt haben Sie zwischen 9 und 18 Uhr eine stündliche Verbindung zwischen den Inseln Vulcano, Lipari und Salina, solange Sie sich nicht auf eine bestimmte Gesellschaft festlegen. Die Preise schwanken je nach Schiffstyp und Entfernung zwischen 2 und 6 Euro pro Person.


Lipari


Spaziergang von Canneto über Porticello nach Acquacalda (Karte)


Salina


Spaziergang von San Marina Salina nach Lingua
(Obige Aufnahme zeigt Salina von Vulcano aus)



Der Gran Cratere


Am Gran Cratere

Der Gran Cratere auf Vulcano ist sicher einer der landschaftlichen Höhepunkte der Liparen. Entsprechend überlaufen ist er denn auch zu den normalen Tageszeiten zwischen 9 und 17 Uhr, wenn die Tagestouristen von den anderen Inseln, aber auch aus Milazzo kommen. Der breite Weg ist kaum eine gehtechnische Herausforderung, solides Schuhwerk sollte trotzdem eine Selbstverständlichkeit sein. Inzwischen wird angeblich sogar ein Eintrittsgeld kassiert, was wir allerdings nicht bestätigen können: Wir waren wohl vor bzw. nach Schließung der Zahlstelle dort. Ich würde Ihnen empfehlen, es uns gleich zu tun, allerdings nicht wegen der gesparten Euros...


!! Eine eindringliche Warnung !!:

Schon am Fuß des Kraters wird darauf hingewiesen, dass es verboten ist, sich den Auslässen der Schwefeldämpfe, den Fumarolen, zu nähern. Dies hat seinen guten Grund: Sie können recht plötzlich aktiv werden, und was da heraus kommt geht weit über bloßen Gestank hinaus: Es handelt sich um heiße, stark beißende und ätzende Dämpfe die Augen, Nasen- und Lungenschleimhäute angreifen. Es ist daher besondere Vorsicht geboten und dringende Umsicht angeraten. Für den Eventualfall sollten Sie immer ein feuchtes Tuch mitführen, das Sie sich als Filter vor Mund und Nase halten können. 
Da es sicher Hunderte solcher Fumarolen gibt und sich die Windrichtung auch schnell ändern kann, sind Sie nie davor sicher, sich plötzlich in einer undurchsichtigen und beißenden Dampfschwade zu befinden. Nicht selten ist ein Durchlaufen des Kraterrandes nach links nicht ratsam, man geht dann besser den längeren Weg entgegen dem Uhrzeigersinn über den Gipfel.
Vor einem Abstieg in den Krater wird dringend abgeraten, da dort je nach Witterung ein Kohlendioxidsee entstehen kann!

Wie sie an einigen Aufnahmen sehen werden, waren wir schon sehr nah dran. Berücksichtigen Sie aber bitte, dass viele dieser scheinbaren Makros mit einem 600er Teleobjektiv (auf KB gerechnet) aus respektvollem Sicherheitsabstand gemacht wurden, und es sich außerdem um Ausschnitte handelt. Zudem waren wir immer zu zweit, so dass derjenige, der gerade nicht fotografierte die Lage beobachten und den anderen rechtzeitig warnen konnte.  

 

 

Stromboli


Stromboli, von Salina aus gesehen 
(f'400mm starke Kontrastnachbearbeitung)

Wer kennt nicht die vielen schönen Nachtaufnahmen vom Stromboli, das rotgelbe Feuerwerk vor blauer Nachtkulisse? Nun, aufgrund meiner fotografischen Erfahrung, aber auch meinen Beobachtungen von Vulcano aus, hatte ich zunehmende Zweifel, nicht an der Echtheit dieser Fotos, sondern daran, dass sich dieses Schauspiel zumindest dem normalen Betrachter von unten so oder so ähnlich wie auf den Fotos darstellt: Bei allen Fotos deren Daten ich kenne, handelt es sich um extreme Langzeitbelichtungen (10-20 Minuten). Sie sind außerdem meistens vom Gipfel aus gemacht worden, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mal mit einem Führer bestiegen werden darf. Das sind wohl die Nachwirkungen der heftigen Ausbrüche vom Winter 2001/2002. Wir buchen also, für mich betrachtet nicht zuletzt um meine Annahme zu prüfen, die Tour auf der "Paloma", Abfahrt auf Vulcano 14.00 Uhr, Rückkehr gegen ca. 22:30 Uhr. Nachdem in Lipari weitere Teilnehmer an Bord genommen werden, geht es mit Volldampf nach Panarea. Der etwa 45 minütige Aufenthalt im San Pietro lässt mich nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen. Man sagt, Panarea sei das Sommerdomizil der Reichen. Nun ja, jedem das Seine. 
Herrlich dagegen sind die Lava- und Basaltformationen der kleinen vorgelagerten Inselchen Dattila, Liscia Bianca und Basiluzzo. 
Dann geht es geradeaus Richtung Ginostra. Termingerecht ein Ausbruch, der Schutt rieselt über die Westflanke ins Meer. Das Boot ist allerdings zu laut, um irgendwelches Grollen zu hören oder Erschütterungen zu spüren. Im schrägen Licht des späten Nachmittags zeigt sich der Vulkan dennoch von einer zunehmend geheimnisvollen Seite. 
Nach einer Umrundung von Strobolicchio legen wir in Stromboli an. Es gibt Abendessen, an dem wir aber nicht teilnehmen, wir wollen schließlich etwas sehen und gehen, obwohl der Aufenthalt mit 1 1/2 Stunden zu kurz ist (jetzt fehlt die in Panarea verschleuderte Zeit), wenigstens ein Stück Richtung Semaforo di Labrenzo. Es herrscht rege Betriebsamkeit, an allen Ecken sammeln sich Wanderer und Führer, um sich für die nächtliche Wanderung bereit zu machen. Eine Vielzahl von Hinweis- und Warnschildern stimmen zusätzlich ein, dazu immer wieder ein Rauchwölkchen über dem Gipfel. Irgendwelches Grollen ist aber nicht zu vernehmen. Auf halbem Weg müssen wir umkehren, um rechtzeitig wieder am Boot zu sein. 
Als die letzten Sonnenstrahlen am Horizont verschwinden legen wir ab und fahren zur Nordwestflanke, der Sciara del Fuoco. Der Kapitän hält in respektvollem Sicherheitsabstand und schaltet den Motor ab. Schöne Geste denke ich, vielleicht bekommen wir jetzt etwas vom Vulkan zu hören oder spüren. Ja, wir bekommen was zu hören: Die ganze Meute grölt unter der Leitung des Kapitäns Seemannslieder. Zum Glück hat er dennoch ein wachsames Auge auf den Schlot. Beim ersten Anzeichen einer Rauchwolke ist denn auch endlich Ruhe, im wahrsten Sinne des Wortes, denn Geräusche gibt der Vulkan immer noch nicht von sich. Erst als die glühend heißen Brocken ins Meer donnern verbreitet sich dumpfes und drohendes Grollen. Ein beeindruckendes Schauspiel, das sich fast alle zehn Minuten wiederholt und vergessen lässt, dass wir gerade mal für einen kurzen Moment einen kleinen Feuerschweif sehen.
Es ist inzwischen gänzlich Nacht geworden, wir können gerade noch die Umrisse der Insel erkennen. Dann wieder dumpfes Grollen, aber auch diesmal nicht der Vulkan, sondern der Diesel: Es geht wieder zurück. Der Kapitän scheint die Leistung seines Bootes demonstrieren zu wollen, das Boot fliegt nur so über die See. Es ist trotz des heißen Tages auf einmal bissig kalt. Die meisten Gäste verziehen sich ein Deck tiefer in windsichere Gefilde. In weiser Voraussicht haben wir Pullover und winddichte Kapuzenjacken nicht vergessen, so können wir draußen bleiben und genießen eine herrlich stimmungsvolle Rückfahrt bei Mondschein.
Alles in Allem ein beeindruckender Ausflug und mit 25 Euro pro Person akzeptabel. Und eines ist sicher: Stromboli sieht mich wieder, aber erst wenn der Gipfel wieder bestiegen und dort übernachtet werden darf.



Aeolian Vision


(ein Konglomerat meiner persönlichen Favoriten)

 

 


In eigener Sache

Die geschilderten Erfahrungen stellen meine persönlichen Erfahrungen zum Zeitpunkt der Reise dar. Sie sind möglicherweise zu einem anderen Reisezeitpunkt so nicht übertragbar! 

Aufgrund vielfacher Rückfragen noch einiges zur Aufnahmetechnik:
Wie Sie an den Kameras sehen, ist alles digital aufgenommen worden. Wir fotografieren weitgehend in RAW, zur Umwandlung verwenden wir Capture-One und in besonderen Fällen für die Fuji deren Originalsoftware "EX". Ich arbeite üblicherweise mit fixem Weißabgleich auf 5000-5500 Kelvin, um die tageszeitabhängige Lichtstimmung zu erhalten. Standardeinstellungen bei der Fuji sind: Kontrast: Standard, Farbe: High, Schärfe: High, das ergibt den einem Dia ähnlichsten Jpeg-Output (Die Fuji bettet kleine Jpegs in die RAW ein) zur schnellen Kontrolle am Notebook, den ich immer im Hotel habe. Im RAW-Konverter verwende ich dann die gleichen Einstellungen, passe aber Kontrast und Sättigung oder auch Farbtemperatur der jeweiligen Situation an.
Da alle Bilder in RAW aufgenommen wurden und in einem zweiten Durchgang manuell geprüft und justiert werden, sind auch alle Bilder digital bearbeitet worden. Ziel dieser Bearbeitung ist, die Stimmung so authentisch wie möglich zu vermitteln:

1. Generell: Tonwert/Gradationskorrektur, entflecken (wegen gelegentlichem Staub auf dem Chip)  
2. Gelegentlich: Sättigungskorrektur, Farbbalance, Horizont begradigen und der dann erforderliche Nachbeschnitt  
3. Selten: Perspektivische Entzerrung, Beschnitt (Ausnahme: die "Makros" vom Gran Cratere sind fast alle beschnitten).  
4. Nie - jedenfalls nicht bei den hier gezeigten Reisebildern: Montagen, entfernen oder hinzufügen von Bildelementen, die nicht in der Originalaufnahme vorhanden sind, Erzeugung von Falschfarben. Sollte ich mal einen Vogel mit einem Staubkorn verwechselt haben (siehe Punkt 1), so bitte ich hiermit um Entschuldigung... :-)
Selbstverständlich lehne ich solche Änderungen nicht generell ab, ich finde allerdings, dass sie nichts in einem reportagemäßigen Reisebericht zu suchen haben.

Die schon rein technisch absolut erforderlichen Schritte "bikubisch verkleinern - nachschärfen - rahmen" sind nicht explizit erwähnt. 

Kameras: Fuji Finepix S2 Pro, Nikon D70, Sony DSCF-828  
Objektive der Fuji-Aufnahmen: Tamron SP 24-135 (70%) - Nikon AF-S 12-24 DX (22%) - Nikon AF-D 80-400 VR (5%) - 
Nikon AF-D 1,4/28 (3%)
Objektive der Nikon-Aufnahmen: Nikon AF-S 18-70 DX (70%) - Nikon AF-D 2,8/105 Micro (30%)

Alle auf dieser Website gezeigten Bilder unterliegen dem Copyright: Rosemarie, Wilfried & Matthias Danner



Links:

Eolian Hotel Vulcano

Stromboli (und auch andere Vulkane)

Ein empfehlenswerter Führer


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Stand: 21. Juni 2004